Leben/Arbeiten jetzt (#LebenWollen)

von Barbara (Danke für Deine Einsendung)

Sehr aufmerksam verfolge ich Diskussionen rund um das Thema „New Work“. Als ich vor einigen Tagen las das Christian Müller zu einer Blogparade aufrief, dachte ich mir wie weit „New Work“ von meiner Arbeitsrealität, die einer Sozialpädagogin mit Führungsverantwortung in einer mittelgroßen Einrichtung weg ist. Dieser Gedanke kommt nicht auf, weil ich der Meinung bin, dass soziale Organisationen sich damit nicht befassen sollen oder müssen, sondern meine Realität eine völlig andere ist. Und dann kommt Benedikt Geyer am mit einem Blogeintrag ums Eck, der meine Gedanken gut auf den Punkt bringt. Welchen Platz räume ich Arbeit in meinem Leben ein?

Der Gedanke das Arbeit mehr an Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an Gemeinschaft haben soll, sind für mich nicht abwegig kollidieren jedoch sehr mit meiner Arbeitsrealität.

Ich habe Teams die lechzen danach, dass ich ihnen schriftliche Anweisungen erteile. Vorgesetzte die mal mehr mal weniger mir Arbeitsaufträge geben und diese dann kontrollieren oder eben auch nicht.

Und genau in dieser Schleife fühle ich mich gefangen.

Den Arbeitsrahmen in dem ich mich bewege habe ich gerne abgesteckt. Ich habe manchmal das Gefühl, das ich zu viel an Freiheit habe. Ich bewege mich dann besten Wissen und Gewissen und manchmal treffe ich den Geschmack von den Vorgesetzten und manchmal auch nicht.

Von meinen Vorgesetzten habe ich die Erlaubnis meine Arbeit zu Hause oder wo auch immer zu erledigen. Ehrlich gesagt, mache ich die Arbeit aber gerne zu 90% im Büro, vor allem weil ich das Gefühl von „Feierabend haben“ genieße. Obwohl ich dann auf dem Nachhauseweg noch gerne Podcasts höre die sich mit diesem Themenfeld beschäftigen. Für mich gibt es einen klaren Unterschied zwischen Erwerbsarbeit und meiner persönlichen Arbeit mich in Themengebiete wie Digitalisierung, Personal- und Organisationsentwicklung einzuarbeiten.

So, genug von meiner Jammerei, denn eigentlich gibt es viele viel Dinge die an meiner Tätigkeit sehr schätze. Die Gedanken zum Thema New Work versuche ich in meine Organisation zu tragen. Für mich bedeutet das, aber vor allem Wertschätzung für die einzelne Person geben, damit sich diese dann gut entfalten und entwickeln kann.

Das klingt ja ganz schlimm, nach „Sozialpädagoginnen-Sprech“, aber immer, wenn ich Unternehmensberater, Coaches und den Berliner Start- Ups zuhöre, höre ich genau das raus.

Also wenn der/die Einzelne das macht was wirklich wirklich (Danke Fritjof Bergmann) glücklich macht, macht das die Organisation erfolgreich.

Aber was macht mich glücklich?
Wie will ich arbeiten und leben?

Wenn ich meine derzeitige Position aber verlieren würde. Würde mir nicht langweilig werden. Ich würde mich auch so mit Personal- und Organisationsentwicklung beschäftigen. Ich würde Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung beraten. Ich würde der Welt davon erzählen, weshalb soziale Arbeit ein wunderbares Aufgabengebiet und DIE sinnstiftende Arbeit ist, die unbedingt mehr Wertschätzung finden muss.

Und jetzt bin ich an dem Punkt. Im letzten Absatz steht eindeutig zu oft würde! Woran das liegt? Ich lasse zu, dass meine Erwerbstätigkeit mehr Zeit erhält, als ich eigentlich will. Mir fällt die Abgrenzung tatsächlich schwer, denn meine Freizeit verbringe ich damit mich mit den Themen rund um „Digitalisierung“ und „New Work“ zu beschäftigen und dann denke ich zwangsläufig an meine Organisation, meine Mitarbeiter und meine Art zu führen.

Wie will ich also Leben? Ich möchte in einer sozialen Organisation arbeiten, die sich Zeit (also vor allem Geld) nimmt ihre Mitarbeiter*innen zu entwickeln. Ich möchte eine Feedback-Kultur haben die in alle Richtungen geht und eine Fehlerkultur.

Ich bin bereit und hoffe einige mitreißen zu können.


Hier findet Ihr den Ursprungsartikel:

#LebenWollen – Vorüberlegungen zu NewWorkSozial

Du magst Dich beteiligen? Schreib mich einfach an: hallo@benedikt-geyer.de Ich freue mich von Dir zu lesen.

 

Veröffentlicht von

BG

Mein Name ist Benedikt Geyer. Auf meiner Seite verblogge ich Interessantes rund um die Soziale Arbeit & neuere Medien und deren gegenseitige Wechselwirkung.

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